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Zitronengirlitz

Serinus citrinella

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 12 cm

Gewicht 11-14 g

Kleiner Finkenvogel mit wenig oder gar nicht gestricheltem Rücken, Gefieder

insgesamt grün und gelb gefärbt, mit dunklem, gekerbtem Schwanz. Rücken

olivgrün, Unterseite gelbgrün; im Prachtkleid sind Kopfoberseite, Wangen

und Nacken graublau; die schwärzlichen Flügel sind grüngelb gestreift, der

Bürzel ist gelb. Weibchen matter als das Männchen, mit gestreiftem Rücken.

Jungvogel matt graubraun mit dunkelbraunen Streifen, ohne gelbe oder grüne

Zeichnung wie bei den anderen europäischen Girlitzen; junge Weibchen

wirken einfarbig olivgrau. Unterscheidet sich vom Grünling und vom

Erlenzeisig durch das Fehlen der gelben Felder in den Flügeln und

im Schwanz.

Standvogel ; brütet in den Gebirgen Spaniens, in den Alpen, auf Korsika und

Sardinien.

Lebensraum

Recht selten, in Nadelwäldern und auf Bergwiesen, brütet zwischen 1200

und 1800 Meter Höhe, steigt im Winter in tiefere Lagen.

Nahrung

Samen von Koniferen und Stauden, Knospen, kleine Raupen.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 3 und 12 Metern hoch in einzelnstehenden Nadelbäumen

oder an Waldlichtungen. Baut ein flaches Nest aus Flechten, Wurzeln, Gräsern

und trockenen Halmen, in das 4-5 blaue oder graue, dunkelbraun bis

rötlichviolett gezeichnete Eier von 17 mm Größe gelegt werden. Brutdauer

13-14 Tage, Nestlingszeit 17-18 Tage.

Grünling / Grünfink

Carduelis (Chloris) chloris

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 14,5 cm

Gewicht 25-34 g

Wird auch Grünfink genannt. Größer als ein Haussperling, olivgrün und

gelb, mit kräftigem, blassem Kegelschnabel und gekerbtem Schwanz. In allen

Kleidern haben die Schwingen gelbe Außensäume und die Steuerfedern eine

gelbe Basis. Männchen : im Prachtkleid leuchtend gelbgrünes Gefieder, vor

allem am Bürzel, am Bauch und an den Flanken leicht schiefergrau

getönt, am Rücken graubräunlich. Weibchen und Männchen im Schlichtkleid :

mattere Farben. Jungvogel : Rücken und Unterseite schwach gestreift.

Singt von einer Singwarte aus, startet dann zu einem Singflug, bei dem er

fledermausartig, mit weit ausholenden, langsamen Flügelschlägen und

gespreiztem Schwanz fliegt. Dabei zeigt er die hellgelben Flecken des Prachtkleides,

die nach der winterlichen Abnutzung der Federränder deutlicher zum Vorschein

kommen. Im Winter bildet er zusammen mit Ammern, Finken und

Feldsperlingen gemischte Trupps, die auf den Feldern umherstreifen

und gemeinsam nach Nahrung suchen.

In Europa Teilzieher und Standvogel; fehlt in Nordskandinavien. Im Winter

in Mittel- und Westeuropa Zuzug von Vögeln aus dem nordöstlichen Teil

des Verbreitungsgebietes. Ein Teil der hiesigen Population zieht südlich

bis zum Maghreb. Wegzug September-November, Heimzug März-Mai.

Lebensraum

Häufig, zum Teil an menschliche Siedlungen gebunden. Parks und Gärten,

Alleen und Hecken, Gehölze. Vor allem im Flachland, im Gebirge in Dörfern

bis auf 1500 m Höhe.

Nahrung

Körnerfresser : Samen von Wildstauden, Getreide und anderen Kulturpflanzen,

Blütenteile, Knospen, junge Triebe und Beeren. Nur in den ersten Tagen der

Jungenaufzucht werden auch Käfer, Blattläuse, Raupen und Spinnen verfüttert.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 2 und 4 m Höhe in einem Baum, einem Ziergehölz, einem Busch

oder einer Kletterpflanze wie Efeu. Baut eine umfangreiche Unterlage aus Moos und

Zweigen, in die sorgfältig der Innenbau aus kleinen Wurzeln, Haaren, Wolle und

Federn eingefügt wird. Legt 1-2mal jährlich, Ende April-Mai und im Juni-Juli

4-6 weißliche oder blaß bläuliche, rotbraun und gelbbraun gefleckte Eier von

21 mm Größe. Brutdauer 13-14 Tage, Nestlingszeit 13-16 Tage.

Erlenzeisig

Carduelis spinus

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 12 cm

Gewicht 10-14 g

Dieser kleine Finkenvogel mit gekerbtem Schwanz kann mit seinem spitzem

Schnabel sogar die Samen aus Zapfen herausholen. Männchen : Oberkopf

und Kinn schwarz, das grüne und gelbe Gefieder kontrastiert mit

den schwarzen Feldern am Rücken und an den Flanken, die Körperunterseite

ist gestreift. Der Bauch ist grauweiß, Bürzel, Flügelstreif und Schwanzbasis

sind gelb. Weibchen : dunkler und mehr gestreift als das Männchen, graugrün

ohne schwarze Kopfzeichnung ; die grünen und die gelben Felder unterscheiden

es vom weiblichen Birkenzeisig, der ein einheitlich graubraunes Gefieder hat.

Fliegt schnell und wellenförmig. Singt von einer Warte aus oder im schmetterlingsartigen

Singflug über den Baumkronen. Der Gesang erinnert an einen Gelbspötter,

ist aber schneller und zwitschernder, mit Trillern wie beim Girlitz, enthält auch

Imitationen. Fliegt bei der Nahrungssuche ständig von Baum zu Baum.

Teilzieher; brütet von den Pyrenäen und vom griechischen Bergland bis Skandinavien

und Schottland, in Westeuropa sehr lückenhaft verbreitet. Populationen aus Nord- und

Osteuropa überwintern von Mitteleuropa südlich bis Marokko und an der algerischen

Küste (oft in Gärten). Zugbewegungen August-November und März-Mai.

Lebensraum

Während der Fortpflanzungszeit ist er an Koniferen gebunden, die ihm genug

Nahrung bieten. Im Winter in offeneren Gebieten, vor allem in Erlen,

die er in kleinen Trupps absucht ; die Überwinterer aus Nord- und Osteuropa

sind oft in Gärten anzutreffen.

Nahrung

Hauptsächlich Koniferen- und Erlensamen, aber auch Birkensamen. Im Sommer

auch Knospen, Beeren, Raupen und Blattläuse.

Fortpflanzung

Brütet meist zwischen 6 und 25 m hoch in einer Konifere, weit vom Stamm

entfernt auf einem Seitenast, seltener in einem Laubbaum. Baut ein kleines,

aber festes und tiefes Nest aus Zweigen, Flechten, Moos und Wolle, das

im Inneren mit Wurzeln, Haaren, Wolle, Federn und feinem Pflanzenmaterial

ausgekleidet wird. Legt 1-2mal jährlich, im April-Mai und im Juni-Juli 3-5

blaß blaue, rötlichbraun gefleckte Eier von 16 mm Größe. Brutdauer 12 Tage,

Nestlingszeit 13-15 Tage,

Bluthänfling

Carduelis cannabina

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 13,5 cm

Gewicht 15-20 g

Etwas kleiner als ein Sperling, mit dunkelgrauem Schnabel. Rücken

matt dunkelbraun, Brust rahmfarben, mit gelblicher, gestreifter Kehle,

Handschwingen mit weißen Außensäumen, Schwanz gekerbt mit weißen

Kanten. Im Schlichtkleid unterscheiden sich die Geschlechter durch einen

intensiveren rosabeigefarbenen Ton auf der Brust des Männchens. Männchen im

Prachtkleid mit grauem Kopf, karminroter Brust, die im Frühjahr nach dem

Abnutzen der beigefarbenen Federsäume erscheint ; bei den Männchen im

zweiten Kalenderjahr ist die Färbung insgesamt noch nicht so intensiv.

Weibchen und Jungvögel : keine rote Färbung im Gefieder. Sie können

mit dem Berghänfling verwechselt werden, aber der Rücken ist

heller braun, die äußeren Handschwingen haben weißere Ränder und

die weißen Schwanzkanten sind schmaler. Die Jungvögel sind blasser als die

Weibchen, mit deutlicherer dunkler Strichelung.

Im Flug fallen der braune Rücken und die weißen Flügelfelder auf. Singt gut

sichtbar von einer Warte aus.

Geselliger und lebhafter Vogel, oft in Paaren oder in Trupps. Auf dem Zug

bildet er kleine geschlossene Schwärme und vergesellschaftet sich auf den Feldern

oft mit anderen Körnerfressern : Ammern, Grünling, Finken,

Feldsperling.

Standvogel; brütet in ganz Europa außer in Nordskandinavien. Teilweise

überwintern in Mittel- und Westeuropa die Populationen aus dem nordöstlichen

Teil des Verbreitungsgebietes, in manchen Jahren zieht ein Teil der europäischen

Brutvögel südlich bis zum Maghreb. Wegzug August-November, Heimzug

Februar-Mai.

Lebensraum

Fast überall häufig, außer im Gebirge; bevorzugt offene, durch Büsche und Hecken

gegliederte Flächen mit kurzrasiger Vegetation : Kulturland, Heiden, Brachen,

Obstgärten, Weinberge.

Nahrung

Nahrungssuche am Boden. Sämereien, vor allem von Kulturpflanzen, ferner

Insekten.

Fortpflanzung

Das Nest befindet sich meist zwischen 0,5 und 1,5 m hoch in einem kleinen

Strauch, einem Ginster- oder Wacholderbusch, einem Weinstock oder im Heidekraut,

oft ist es gut einsehbar. Es besteht aus Reisern, Moos und Pflanzenmaterial, das

Innere wird mit Haaren, Wolle und feinen Wurzeln ausgekleidet. Legt 2mal jährlich,

im April-Mai und im Juni-Juli, 4-5 weißliche bis bläuliche, dunkelbraun oder

rotbraun getüpfelte Eier von 18 mm Größe. Brutdauer 12-13 Tage, Nestlingszeit

13 Tage.

Girlitz

Serinus serinus

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 11 cm

Gewicht 10-14 g

Kleiner Finkenvogel von der Größe einer Blaumeise, nah verwandt

mit dem Kanarienvogel, mit kurzem Kegelschnabel und

gekerbtem Schwanz. In beiden Geschlechtern : unauffälliges Gefieder,

grünlichgelb mit schwarzen Längsstreifen und gelber Bürzel. Männchen :

Kopf und Brust gelb. Weibchen und Jungvögel : matter als das Männchen,

bis auf den Bürzel keine weitere gelbe Färbung. Beim Abflug ist der gelbe

Bürzel zu sehen, im Flug ohne auffällige Flügel- oder Schwanzzeichnung;

der Flug ist leicht und wellenförmig.

Das Männchen singt gut sichtbar von einer hohen Warte aus. Der hohe,

klirrende Gesang erinnert an einen quietschenden Kinderwagen. Manchmal steigt

der Vogel dabei mit langsamen und weiten Flügelschlägen schmetterlingsartig

10-20 Meter auf, um nach der Landung die Strophe zu beenden. Eher

gesellig, oft paarweise oder in Trupps, schließt sich auch mit anderen Finkenvögeln

zusammen.

Teilzieher ; brütet im Kontinentaleuropa und im äußersten Süden der

Britischen Inseln ; fehlt in Irland, in Schottland und in Skandinavien ;

in Belgien ist er selten geworden. Im Winter gesellen sich die englischen und

die osteuropäischen Vögel zu den mittel- und westeuropäischen

Standvögeln. Ein Teil der Populationen aus ganz Europa zieht im Winter

südwärts bis zum Maghreb. Wegzug September-Oktober, Heimzug

März-April.

Lebensraum

Alleen, Parks und Gärten, Obstwiesen, Friedhöfe mit Baumbestand, Kulturland

mit Bäumen, im Süden vor allem Nadelbäume : Macchie, Pinien- und Olivenhaine.

Eher südlicher Vogel, der im Bergland nicht höher als 1000 Meter vorkommt.

Nahrung

Nahrungssuche vorzugsweise am Boden : verschiedene Samen, vor allem

von Stauden an Wegrändern, Knospen und Keimlinge, im Sommer auch

Insekten und Früchte.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 2 und 4 Meter hoch in der Vegetation (kleine Konifere,

Obstbaum, Efeu, Geißblatt) oder in einem Baum. Baut ein kleines, solides

Nest mit einer tiefen Mulde aus trockenen Gräsern, Moos und Spinnweben,

das im Inneren mit Tierhaaren, Pflanzenhaaren und Wolle ausgekleidet wird.

Legt 2-3mal jährlich, zuerst im März, dann von Mai bis Anfang Juli

3-4 grauweiße, rotbraun gefleckte Eier von 17 mm Größe. Brutdauer 13 Tage,

Nestlingszeit 14-16 Tage.

Stieglitz

Carduelis carduelis

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 12 cm

Gewicht 14-18 g

Kegelschnabel lang und spitz; charakteristisches, buntes Gefieder : Kopf schwarz

und weiß mit roter Gesichtsmaske und schwarzem Saum um Schnabel und Wangen,

Nacken schwarz. Die Körperoberseite ist rotbraun, der Bürzel weiß,

die Körperunterseite bis auf die rotbraunen Flanken und Brustseiten weiß.

Die Flügel sind gelb und schwarz mit zum Teil weißen Federspitzen, der

Schwanz ist schwarz mit weißen Flecken. Im Gelände sind die Geschlechter nicht zu

unterscheiden ; das Weibchen ist aber etwas matter gefärbt als das Männchen

und hat weniger Rot im Gesicht. Jungvogel : Kopf graubraun; bis auf den weißlichen,

dunkelbraun gestreiften Bauch ist der Körper grünlich graubraun. Der Schwanz ist

völlig schwarz, nur der schon vorhandene gelbe Flügelstreif des Altvogels

unterscheidet ihn von anderen Finkenvögeln.

Im Flug fällt die gelbe Flügelbinde auf. Setzt sich nur gelegentlich auf den Boden.

Lebhafter, ruffreudiger Vogel, der meistens gut zu beobachten ist und im

Winter gesellig in Trupps auf Nahrungssuche geht. Während der Brutzeit ist er

sehr heimlich.

Teilzieher ; brütet in ganz Europa außer in Schottland und in Nordskandinavien.

Ein Teil bleibt im Brutgebiet, ein Teil zieht südwärts bis zum Maghreb und

an den Rand der Sahara. Zugbewegungen September-November und März-Mai.

Lebensraum

In der Nähe von menschlichen Siedlungen, öfter im Gebirge als im Flachland.

Parks und Gärten, Obstwiesen, Gemüseanbaugebiete, Friedhöfe. Ab Herbst

bilden sich Schwärme, die auf Brachen oder Schuttflächen mit

Distelbewuchs nach Nahrung suchen.

Nahrung

Der lange, spitze Schnabel und die kurzen Beine ermöglichen es ihm, auf den dünnen

Halmen von samentragenden Disteln, Kratzdisteln und Kletten herumzuturnen

und die kleinen Samen herauszupicken. Frißt auch Baumsamen : Birken, Erlen,

Platanen und Koniferen. Während der Jungenaufzucht auch Insekten.

Fortpflanzung

Brütet in einzelstehenden Bäumen in Astgabeln, nicht weit vom Boden entfernt,

in lockeren Kolonien. Baut ein kleines Nest mit einer tiefen Mulde aus Halmen

und Wurzeln, mit Spinnweben und Insektengespinsten sorgfältig verflochten,

außen mit Flechten und Moos getarnt, innen mit Haaren, Moos und Wolle ausgelegt.

Legt 2-3mal jährlich im Mai und im Juni-Juli 5-6 weiß bläuliche, braun und

rotbraun gefleckte Eier von 17 mm Größe. Brutdauer 12-13 Tage, Nestlingszeit

13-15 Tage.

Bergfink

Fringilla montifringilla

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 14,5 cm

Gewicht 23-29 g

Ähnelt dem [Buchfink, unterscheidet sich von diesem in allen Kleidern

durch die orange bis rötlichbeige Färbung der Schultern, Brust und Flügelstreifen,

der immer weiße Bürzel ist im Flug deutlich zu sehen. Männchen im Prachtkleid :

Kopf und Rücken schwarz, Brust und Schultern orange, Schnabel schwarz.

Direkt nach der Mauser ins Schlichtkleid ähnelt er einem intensiv gefärben

Weibchen : Kopf und Mantel nicht so schwarz, sondern braun marmoriert,

Brust und Schultern sind eher beigeorange, der Schnabel ist hell mit schwarzer

Spitze. Gegen Ende des Winters wird der Kopf des Männchens durch die

Abnutzung der deckenden Federsäume allmählich dunkler, und insgesamt

werden die Farben intensiver.

Brutvogel Skandinaviens, brütet nur ausnahmsweise auch in Norddeutschland.

Überwintert zum Teil in Südskandinavien, hauptsächlich aber südlich und

westlich in ganz Europa bis auf Italien und die Mittelmeerinseln. Wegzug

aus den Brutgebieten September-November, Heimzug März-Mai.

Lebensraum

Im Sommer subarktische Birkenwälder und Taiga. Überwintert weiter südlich

auf Feldern, in Gehölzen, Buchenwäldern, Parks und Gärten. Während des

Zuges in großen Schwärmen, die dichter gedrängt zusammenfliegen als beim

Buchfinken.

Nahrung

Verschiedene Samen, im Sommer Insekten und Früchte.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 3 und 5 Meter hoch in Bäumen, oft in Buchen, Birken oder Weiden.

Das sorgfältig gebaute Nest besteht aus Gräsern und Fasern, mit Flechten, Moos

und Rinde verfeinert, das Innere wird mit Haaren und Federn ausgekleidet.

Legt einmal jährlich von Mitte Mai bis Mitte Juli 5-7 hellblaue oder rosafarbene,

dunkel gefleckte Eier von 20 mm Größe. Brutdauer 13-14 Tage, Nestlingszeit

14 Tage.

Buchfink

Fringilla coelebs

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 15 cm

Gewicht 19-24 g

Kleiner Körnerfresser mit konisch zulaufendem Schnabel, so groß wie ein

Haussperling]004. Beide Geschlechter haben eine immer deutlich sichtbare

weiße Flügelbinde und weiße äußere Steuerfedern. Männchen im

Prachtkleid : Oberkopf und Hals graublau, Rücken rotbraun, Brust und

Wangen mattziegelrot, Bauch weißlich, Schulterflecken weiß. Im frischen Schlichtkleid

werden die lebhaften Farben des Männchens durch hellbraune Federränder

verdeckt ; im Laufe des Winters kommen sie durch allmähliche Abnutzung

des Gefieders wieder zum Vorschein. Im zweiten Kalenderjahr behalten die

Männchen oft bis in den Frühling hinein ein braunes Nackenband aus dem

Schlichtkleid. Das Weibchen und die Jungvögel sind matter gelbbraun gefärbt,

haben aber schon einen grünlichen Bürzel. Die weiße Flügelbinde und die weißen

Schwanzkanten unterscheiden sie von dem weiblichen Haussperling. Bei den

Unterarten der atlantischen Inseln variiert die Rückenfärbung von grünlich bis

bläulich und die Brust von blaßrosa bis beigerosa. Der Gesang und die Regenrufe

sind teils regional unterschiedlich, so daß man von Dialekten spricht.

In Mittel- und Westeuropa Standvogel ; nordeuropäische Vögel überwintern

in unseren Breiten und vergesellschaften sich dabei oft mit Bergfinken. Wegzug

September-November, Heimzug März-Mai. Bei Weibchen ist der Zug ausgeprägter

als bei Männchen.

Lebensraum

In ganz Europa sehr häufig, im Flachland und im Gebirge. Wälder, Parks,

Gärten, Kulturland mit einzelnen Bäumen, Alleen, Obstwiesen. Im Winter

zusammen mit anderen Finkenvögeln in der Kulturlandschaft.

Nahrung

Körnerfresser, im Sommer auch Insekten.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 2 und 10 Meter Höhe auf einem Seitenast oder dort, wo eine

Seitengabel vom Stamm abzweigt. Baut sorgfältig ein solides, verflochtenes

Körbchen aus Wurzeln, Fasern, Blattrippen und Insektengespinsten, das mit

Moos, Flechten, Rindenstücken und Spinnweben getarnt ist. Das Innere wird

mit Tierhaaren, Wolle, Pflanzenhaaren und Federn ausgelegt. Legt 2mal jährlich,

Ende April-Anfang Mai und Ende Mai bis Juni-Juli 4-5 grünliche oder graue,

braun oder rötlichgrau gefleckte Eier von 20 mm Größe. Brutdauer 12-14 Tage,

Nestlingszeit 13-14 Tage.

Fichtenkreuzschnabel

Loxia curvirostra

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 16,5 cm

Spannweite 27-29 cm

Gewicht 40 g

Stämmiger Vogel, die Schnabelspitze ist gekreuzt. Das ausgefärbte Männchen ist mehr

oder weniger karminrot, während das Weibchen olivgrün bzw. oberseits im mittleren

Rückenbereich gelblich gefärbt ist. Beim Schlupf sind die Schnabelhälften noch

gerade; sie fangen erst in der 3.Lebenswoche an, allmählich die spätere

Form anzunehmen. Das verlängert die Zeit der Abhängigkeit der Jungvögel von den

Eltern. Diese füttern die Jungen mit einem Brei aus Fichtensamen, der im Kropf

gebildet wird, oft noch bis zur folgenden Brutperiode. Teilweise in Europa

vagabundierend. Seine Wanderungen richten sich nach dem fluktuierenden

Nahrungsangebot, daher umherstreifend und manchmal invasionsartig

auftretend, wenn die Vögel wegen Nahrungsmangel das angestammte

Verbreitungsgebiet verlassen müssen.

Lebensraum

Fichten-, Kiefer- und Lärchenwälder, vor allem im Gebirge.

Nahrung

Koniferensamen, manchmal Samen und Früchte anderer Baumarten, Insekten.

Fortpflanzung

Nest oft hoch in Nadelbäumen, Unterbau aus Reisern, mit Moos, Halmen

und Haaren ausgekleidet. Legt im Februar-Mai 3-4 rahmweiße Eier mit sparsamer,

brauner Fleckung, 22 mm groß. Brutdauer 16-17 Tage, Nestlingszeit zwei Wochen.

Oft zwei Gelege pro Jahr, brütet zum Teil schon im Winter.

Kernbeißer

Coccothraustes coccothraustes

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 18 cm

Gewicht 42-62 g

Größer als die anderen Finkenvögel, mit kräftiger und gedrungener Silhouette,

großem Kopf und gewaltigem, konisch zulaufendem Schnabel, der im Sommer

bleigrau, im Winter hellbeige ist. Das Männchen hat einen rotbraunen Kopf, einen

schwarzen Kehllatz und einen grauen Halsring, der an der Brust nicht durchgehend

ist. Die Körperoberseite ist schokoladenbraun, die Unterseite warm braunrosa, die

Flügel sind schwarz, mit violett schillernden Federsäumen an den Armschwingen

und mit großem, länglichem weißem Fleck auf den Deckfedern; der kurze Schwanz

hat eine weiße Endbinde. Das Weibchen ist blasser als das Männchen, der Kopf

ist weniger rotbraun, die Armschwingen haben graue Federsäume. Die Jungvögel

haben eine bräunliche Körperoberseite, die beigefarbene Brust ist dunkel getüpfelt;

die Gesichtsmaske mit dem Kehllatz ist undeutlich oder gar nicht ausgeprägt, das

weiße Flügelfeld und das weiße Schwanzende sind schon vorhanden.

Beim wellenförmigen Flug sind der Kopf und der Hals etwas angehoben. Dabei

fallen die deutlichen weißen Flügelstreifen und der kurze Schwanz mit der

weißen Endbinde auf. Scheuer und heimlicher Vogel, der sich meist in den

Baumkronen aufhält und daher nicht leicht zu beobachten ist. Auffällig ist dagegen

seine Stimme, obwohl kein richtiger Gesang ausgeprägt ist.

Teilzieher. Brütet in ganz Europa außer in Irland, Schottland und Nordskandinavien.

Die Vögel Nordosteuropas überwintern südlich und westlich bis zu den

Mittelmeerländern, die anderen Populationen sind Standvögel. Zugbewegungen

Oktober-November und im April.

Lebensraum

Nicht häufig. Mischwälder mit dichtem Unterholz, Parks und Gärten, Obstgärten.

Nahrung

Vor allem Knospen und Insekten. Außerdem kann er mit seinem dicken Schnabel

die Kerne von Kirschen, Pflaumen und Oliven knacken, auch Eicheln, Bucheckern

und Samen von Hainbuchen und Eschen.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 1,5 und 10 Metern, manchmal bis 25 Meter hoch in Bäumen

oder Büschen. Das Nest besteht aus trockenen Gräsern, Zweigen und Wurzeln,

es wird durch einen Unterbau aus gröberen, abgebrochenen Ästchen getragen.

Legt 3-6 graue bis hellbläuliche, rotbraun und schwarz gefleckte und geschnörkelte

Eier von 24 mm Größe. Brutdauer 12-13 Tage, Nestlingszeit 11-14 Tage.

Berghänfling

Carduelis flavirostris

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 13,5 cm

Gewicht 13-18 g

Hellbraunes Gefieder mit dunklen Streifen wie ein weiblicher oder junger

Bluthänfling, aber gelblicher und deutlicher gestreift ; die Beine sind

schwarz, der Schnabel ist im Winter blaß gelblich, im Sommer grau. Die

Körperoberseite ist nußbraun, die Brust und die Flanken sind rötlich gestrichelt,

Kopf und Brust sind blaß gelblichbraun, der Bauch ist gelblichweiß. Der

Überaugenstreif und die Kehle sind fast orange, die Kehle ist nicht gestreift

wie beim Bluthänfling, die Stirn ist nie rot gefärbt. Das Männchen hat einen

rosaroten Bürzel, beim Weibchen ist er beige mit dunklen Streifen. Der blasse

Flügelstreif ist genauso wie beim Bluthänfling, dafür fehlt die weiße Färbung

auf den Handschwingen. Die Jungvögel sind weibchenfarben.

Läuft gern am Boden wie eine Maus. Lebhafter, nicht scheuer Vogel.

Im Flug ist das Männchen gut an dem rosaroten Bürzel erkennbar. Der zwitschernde

Gesang leitet sich zum Teil von den Rufen ab und erinnert an einen Sittich.

Teilzieher ; brütet im Norden der Britischen Inseln und in Skandinavien ; überwintert

im nördlichen Teil Mitteleuropas, in Deutschland in der Norddeutschen Tiefebene ; die

britischen Brutvögel sind zum größten Teil Standvögel. Zugbewegungen

August-November und Februar-Mai.

Lebensraum

Offene Landschaften und Steppen, eher in der Ebene als im Bergland,

ersetzt den Bluthänfling in Nordeuropa. Brütet in Heiden und

felsigen Gebieten. Überwintert an Flachküsten, in Brachen und Heiden,

die ein reichhaltiges Wildsamenangebot bieten.

Nahrung

Sucht vor allem am Boden nach Sämereien.

Fortpflanzung

Baut am Boden oder in geringer Höhe in Steinhaufen oder Büschen ein Nest

aus trockenen Gräsern, Moos, Reisig und Pflanzenteilen, das mit Haaren, Wolle

und Federn ausgekleidet wird. Legt 2mal jährlich von Mai bis August 5-6

blaßblaue, rotbraun und gelbbraun gezeichnete Eier von 17 mm Größe.

Brutdauer 12-13 Tage, Nestlingszeit 14-15 Tage.

Birkenzeisig

Carduelis flammea

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 12-13 cm

Gewicht 12-13 g

Kleiner, wie ein Bluthänfling graubraun gestreifter Finkenvogel, mit kurzem,

spitzem gelblichem Schnabel und ähnlicher Silhouette wie ein Erlenzeisig.

Mit roter Stirn, kleinem, charakteristischem Kinnfleck, weißem Bauch f

und dunklem, gekerbtem Schwanz. Beim Männchen sind Brust und Flanken rosa

getönt ; im Prachtkleid ist der karminrote Stirnfleck ausgedehnter, die Brust und

der Bürzel sind rosarot gefärbt; die Intensität der Färbung variiert individuell,

im frisch gemausertem Schlichtkleid ist sie ganz verschwunden. Das Weibchen

ähnelt im Winter dem Männchen, hat aber an der Brust keine rosa Färbung. Die

Jungvögel sind am Kinn gräulich und haben keine rote Stirn. Die skandinavische

Unterart "flammea" ist etwas größer und hat im Schlichtkleid eine hellere, grauere

Färbung, die Flügelstreifen sind weißer und der Bürzel ist heller. Die Unterart

"cabaret" aus den Alpen ist am Mantel eher braunbeige gefärbt; im Prachtkleid

erstreckt sich dieser Farbton bis auf die Brustseiten, die Mittelbrust bleibt weiß.

Die Unterart "rostrata" aus Grönland ist noch größer und kräftiger gestreift, mehr

beigebraun getönt und hat einen kräftigeren Schnabel mit angedeutetem konvexem

First, während er bei den anderen Unterarten gerade ist. Leichter, wellenförmiger

Flug, hängt sich bei der Nahrungssuche wie der Erlenzeisig kopfüber an

dünne Zweige.

Singt mit metallischer Stimme im Flug oder von einer Warte aus. Der Gesang setzt

sich aus schnell wiederholten Flugrufen und anderen Elementen zusammen,

auch aus Trillern, die an den Grünling erinnern. Lebendiger und geselliger Vogel,

brütet in kleinen Kolonien und vergesellschaftet sich nach der Brutzeit mit

Erlenzeisigen, Bluthänflingen und Zitronengirlitzen, um

in gemischten Trupps auf Nahrungssuche zu gehen.

Nördliche Vögel sind Zugvögel. Brütet in den Alpen und in Nordeuropa

(auf den Britischen Inseln, an den Nordseeküsten, in Skandinavien) bis zur Arktis.

Breitet sich in Deutschland auch im Binnenland aus. Überwintert südlich und

westlich bis Frankreich, ohne die Mittelmeeregion zu erreichen. Zugbewegungen

September-November und März-Mai.

Lebensraum

Brütet in Mitteleuropa in offenen und halboffenen, gebüschreichen Gebieten.

In Deutschland fast überall in Gärten und auf Friedhöfen. Weiter nördlich

und im Gebirge in lichten Birken- und Weidenwäldern, im Koniferengürtel

(Lärchen) mit angrenzenden Bergwiesen. Geht im Sommer bis in 3000 m Höhe.

Nahrung

Vor allem Birkensamen, außerdem andere Samen. Verfüttert während der

Jungenaufzucht auch kleine Insekten, ihre Eier und Larven.

Fortpflanzung

Brütet in lockeren Kolonien in 2-7 m Höhe in Fichten oder Lärchen, manchmal

auch nur 0,9-1,5 m hoch in Erlen oder Weiden. Das Nest ist dick und sorgfältig

aufgeschichtet aus Reisig und Wurzeln für die Grobunterlage, dann folgen Halme

und Flechten für den Feinbau und schließlich Haare und Federn für die

Innenauskleidung. Legt 1-2mal jährlich, Ende Mai-Juni und im Juli 4-5 blaßblaue,

rotbraun und lila gezeichnete Eier von 16 mm Größe. Brutdauer 12 Tage,

Karmingimpel

Carpodacus erythrinus

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 14,5 cm

Knapp so groß wie ein Gimpel, aber nicht so schwerfällig, mit rundem Kopf,

kräftigem, braunem Schnabel und eingekerbtem, dunkelbraunem Schwanz.

Ursprünglich aus Asien stammend, breitet er sich zur Zeit in Westeuropa westwärts

aus. Männchen im Prachtkleid : die hellrote Färbung an Kopf, Brust und Bürzel ist

je nach Alter des Vogels mehr oder weniger ausgedehnt (Männchen im ersten

Kalenderjahr sind noch weibchenfarben, können sich aber schon fortpflanzen).

Die Flügel sind dunkelbraun mit zwei hellen Flügelbinden, der Bauch ist weiß.

Weibchen und Jungvogel : wie ein weiblicher Haussperling, aber schlanker,

Kehle und Brust sind gestreift. Das Gefieder der Jungvögel ist oberseits wärmer

olivbraun als beim Weibchen, die Flügelstreifen und die beigerote Färbung der

Schirmfederspitzen ist deutlicher ausgeprägt.

Zugvogel ; sein östliches Verbreitungsgebiet weitet sich derzeit nach

Westeuropa aus. Brütet im östlichen Südskandinavien, in Ostdänemark, in

einigen Teilen Deutschlands und in Österreich; überwintert in Indien und in

China. Wegzug August-September, Heimzug März-Mitte April.

Lebensraum

Gebüschreiche locker bewachsene Flächen mit Weiden an Moorrändern und Ufern,

feuchte Laubwälder mit dichtem Unterholz, Gärten, Kulturland und Weinberge.

Nahrung

Samen, Knospen, Beeren, Insekten. Nahrungssuche in der Krautschicht am Boden.

Fortpflanzung

Baut niedrig im Gebüsch ein lockeres Nest aus Halmen und Gräsern,

das mit feinen Wurzeln und Haaren ausgelegt wird. Legt einmal jährlich

5 hellblaue oder dunklere, dunkelbraun bis braunviolett gefleckte Eier von

20 mm Größe. Brutdauer 13-14 Tage, Nestlingszeit 12-16 Tage.

Gimpel

Pyrrhula pyrrhula

FRINGILLIDAE

Beschreibung

Größe 15 cm

Spannweite 28 cm

Gewicht 26 g

Gedrungene Gestalt mit schwarzer Kopfplatte. Blau-grauer Rücken,

schwarze Flügel mit weißem Band, leuchtend weißer Bürzel; Unterseite

hell rosa-rot beim Männchen und rötlich-braun beim Weibchen.

Jungvögel bräunlich, ohne schwarze Kopfplatte. Oft in kleinen Trupps.

In Westeuropa weitverbreiteter Standvogel, die nördlichen

Populationen ziehen zum Überwintern über Skandinavien bis ins Mittelmeergebiet.

Wegzug von November-Dezember, Heimzug von März-April.

Lebensraum

Nadelwälder oder Mischwälder, junge Fichtenschonungen, Parks und Gärten.

Nahrung

Samen, Beeren, Blütenknospen, Insekten.

Fortpflanzung

Brütet auf Bäumen. Legt von April-August 4-6 blaßblaue, schwarz

und rot-braun gefleckte Eier, 20 mm groß. Brutdauer 13 Tage, Nestlingszeit 16 Tage.

Oft 2-3 Gelege pro Jahr.

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