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Grauschnäpper

Muscicapa striata

MUSCICAPIDAE

Beschreibung

Größe 14 cm

Gewicht 13-19 g

Größer als Trauerschnäpper und Halsbandschnäpper, fast so groß wie

ein Sperlingit matt graubraunem Gefieder. Die flache, lange Stirn und der

spitze, abgeplattete Schnabel ergeben ein charakteristisches Profil. Die Körperoberseite

ist graubraun, der Kopf dunkel gestreift. Die Unterseite ist weiß mit dunkler

Strichelung an der Brust, seltener auch am Bauch. Sitzt gut sichtbar aufgerichtet

und unbeweglich auf einem Ast auf Beute an und zuckt dabei häufig mit den Flügeln.

Fliegt auf der Jagd nach Insekten elegant und präzise. Kommt nur selten auf den

Boden, da er sich mit den kurzen Beinen nur schlecht fortbewegen kann.

Zugvogel ; brütet in ganz Europa ; überwintert in der Südhälfte Afrikas.

Wegzug Juli-November, Heimzug April-Juni.

Lebensraum

Häufiger Vogel in lichten Wäldern, in der Nähe von Ansiedlungen, wo

Insekten angezogen werden, an Lichtungen, in Parks und Gärten. Im Gebirge bis in

1500 Meter Höhe.

Nahrung

Vor allem fliegende Insekten, manchmal Regenwürmer. Im Sommer und Herbst auch

Beeren.

Fortpflanzung

Brütet in Halbhöhlen, z.B. in Baumhöhlungen oder Mauernischen, in

Kletterpflanzen, auf Balken usw., oft an überraschenden, gut einsehbaren

Standorten. Das Nest besteht aus einem lockeren Gefüge von Gräsern,

trockenen Halmen und Baststreifen, das durch Spinnweben und Wollfäden

zusammengehalten wird. Das Innere wird mit Haaren, Wolle und Federn

ausgekleidet. Legt 1-2mal, manchmal 3mal jährlich, das Erstgelege Mitte

Mai-Anfang Juni, das Zweitgelege Anfang Juli, 4-5 weißbläuliche oder

grünliche, rotbraun gefleckte Eier von 18,5 mm Größe. Brutdauer 12-14

Tage, Nestlingszeit 11-15 Tage.

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Zwergschnäpper

Ficedula parva

MUSCICAPIDAE

Beschreibung

Größe 11,5 cm

Gewicht 8-13 g

Kleinster Fliegenschnäpper, so groß wie ein Laubsänger. Kommt

manchmal zum Jagen auch auf den Boden. Körperoberseite graubraun, Unterseite

cremeweiß und rötlich, die großen Augen werden von weißen Augenringen

umgeben. Schwanz schwarz mit zwei großen, weißen Feldern an der Basis der

äußeren Steuerfedern. Männchen ganzjährig mit orangeroter Brust und Kehle;

bei den westeuropäischen Populationen ist die Farbe nicht so intensiv. Männchen

im ersten Kalenderjahr und Weibchen : Kehle und Brust sind beige.

Sehr aktiv, sitzt hoch in den Baumkronen, oft auf abgestorbenen Ästen, auf

fliegende Insekten an. Bei Aufregung zuckt er nervös mit dem Schwanz und

fächert dabei die Steuerfedern, so daß die weißen Felder sichtbar werden.

Hält den Schwanz oft aufgestellt.

Zugvogel; brütet in Osteuropa; die westliche Verbreitungsgrenze zieht sich

durch Deutschland bis Süd-Osteuropa, brütet in den Alpen und in teilweise

sehr isolierten Vorkommen in Deutschland. Überwintert von Indien bis

Südchina. Wegzug August-November, Heimzug Mai.

Lebensraum

Lichte Laub- oder Mischwälder auf feuchtem Untergrund, mit Buchen, Eichen und

Hainbuchen und dichtem Unterholz. Seltener in reinen Nadelwäldern, bis in

1200 Meter Höhe.

Nahrung

Insekten, die meist im Flug erbeutet werden, aber auch Larven, im Herbst

zusätzlich kleine Beeren.

Fortpflanzung

Brütet zwischen 3 und 13 Meter hoch in Baumhöhlen in einem kugeligen

Nest aus Moos und Spinnweben, das mit Haaren ausgekleidet wird. Legt

einmal jährlich Ende Mai-Mitte Juni 5-6 weißliche oder bläuliche, braun

gefleckte Eier von 17 mm Größe. Brutdauer unbekannt, Nestlingszeit

11-15 Tage.

Halsringschnäpper

Halsbandschnäpper

Ficedula albicollis

MUSCICAPIDAE

Beschreibung

Größe 13 cm

Gewicht 12,5 g

Ähnelt sowohl im Aussehen als auch im Verhalten stark dem Trauerschnäpper.

Männchen im Prachtkleid : kontrastreichere Schwarzweiß-Färbung als beim Männchen

vom Trauerschnäpper, mit weißem Nackenband, hellgrauem Bürzel und

breiterem weißem Stirnfleck. Weibchen : im Frühjahr ähnlich wie weiblicher

Trauerschnäpper, aber etwas grauer, mit hellerem Bürzel und angedeutetem,

leicht aufgehelltem Nackenband. Das sicherste Kennzeichen ist der größere und

deutlichere weiße Flügelfleck an der Handschwingenbasis. Schlichtkleid ähnlich wie

Trauerschnäpper : das ausgewachsene Männchen hat schwarze Flügel mit

breitem, weißem Flügelfleck an der Basis der Handschwingen. Vögel im ersten Winter

haben eine von den mittleren Armdecken gebildete zweite weiße Flügelbinde.

In Überlappungsgebieten können sich die beiden Zwillingsarten miteinander

vermischen. Ein Teil der Männchen ist polygam. Beim jagenden Vogel hört

man einen kurzen, ratternden Ruf.

Zugvogel; brütet in Osteuropa ; östlich der Linie Italien-Lothringen (Frankreich),

kleine Vorkommen in Süddeutschland. Überwintert in Ostafrika. Wegzug

Juli-September, Heimzug März-Mai.

Lebensraum

Spärliche Verbreitung : in den unteren Lagen von Gebirgen oder im Bergland,

bevorzugt lichte, alte Wälder, in denen ein Höhlenangebot besteht.

Laubwälder, manchmal Nadelwälder, schattige Gärten.

Nahrung

Vor allem fliegende Insekten, für die Jungenaufzucht auch Raupen.

Fortpflanzung

Brütet in Baumhöhlen, das Weibchen baut ein Nest wie beim Trauerschnäpper :

aus trockenen Blättern, Halmen und Wurzeln wird die Unterlage gebaut, das Innere

besteht aus Haaren und feinen Grashalmen. Legt einmal jährlich, im Mai-Anfang Juni

5-8 hellblaue Eier von 18 mm Größe. Brutdauer 12-13 Tage, Nestlingszeit 13-16 Tage.

Trauerschnäpper

Ficedula hypoleuca

MUSCICAPIDAE

Beschreibung

Größe 13 cm

Gewicht 9-15 g

Manche. Hiverne en Afrique tropicale de l'Ouest. Départ en août-octobre,

retour en avril-mai.

Kleiner und rundlicher als der Grauschnäpper, mit kurzem Schwanz.

Im Prachtkleid ist die Körperoberseite beim Männchen rußschwarz oder

schiefergrau, bei den mitteleuropäischen Populationen manchmal graubraun

wie beim Weibchen. Die Unterseite ist weiß. Mit kleinem weißem

Stirnfleck, großem weißem Flügelspiegel und weißen Schwanzkanten.

Im Schlichtkleid sind Männchen, Weibchen und Jungvögel fast nicht zu

unterscheiden : oberseits graubraun, unterseits cremeweiß, beim Männchen

sind die Unterschwanzdecken und der Schwanz dunkler.

Sehr aktiv und ruffreudig, ständig auf der Jagd nach Fluginsekten. Beim Ansitz

auf einer Warte mit typischem Profil : sitzt gerade aufgerichtet, wippt mit dem

Schwanz und zuckt nervös mit den Flügeln. Der Gesang ist strophig mit abwechselnd

hohen und tiefen Elementen und klingt ähnlich wie der des Gartenrotschwanzes.

Zugvogel ; brütet vor allem in Nord-Osteuropa, fehlt in Irland, in den Mittelmeerländern

außer in Zentralspanien und -frankreich. Überwintert im tropischen Westafrika.

Wegzug August-Oktober, Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Seltener als der Grauschnäpper, eher im Hügelland als im Flachland. Zum Brüten

braucht er alte Wälder mit Baumhöhlen : Laub- und Nadelwälder, Obstwiesen,

Parks, Baumgruppen. Bevorzugt lichtes, krautiges Unterholz, wo er gut jagen kann.

Nahrung

Vor allem fliegende Insekten. Nimmt aber auch kriechende Kleintiere vom Boden,

z.B. Spinnen, Tausendfüßer oder auch Schnecken. Im Herbst zusätzlich Beeren,

gerne Holunder.

Fortpflanzung

Brütet in einer Aushöhlung von einem Baum oder in einer Spechthöhle, auch in

Nistkästen. Das Weibchen baut ein Nest aus trockenen Blättern, Halmen und Wurzeln,

das Innere wird mit Haaren und feinen Grashalmen ausgekleidet. Legt 1-2mal

jährlich, Erstgelege Mitte Mai, 6-7 hell blaugrüne, schwach dunkel gepunktete

Eier von 17,5 mm Größe, die den Eiern beim Gartenrotschwanz ähneln.

Brutdauer 12-15 Tage, Nestlingszeit 12-17 Tage.