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Mornellregenpfeifer

Charadrius (Eudromias) morinellus

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 20-22 cm

Spannweite 57-64 cm

Gewicht 90-145 g

Kleiner als der Goldregenpfeifer, so groß wie eine Drossel, mit charakteristischer

Zeichnung. Aus größerer Entfernung bestimmbar durch den breiten weißen

Überaugenstreif und ein schmales weißes Brustband, das im Prachtkleid

die graue Brust vom braunen und schwarzen Bauch trennt. Das Weibchen ist

farbenprächtiger als das Männchen. Im Schlichtkleid sind beide Geschlechter

gelbbraun, der Überaugenstreif und das Brustband bleiben erhalten, die Beine

sind gelb-grünlich. Im Flug bauchiges Profil. Nicht sehr scheu, geringe Fluchtdistanz.

Zugvogel; Brutvogel in Nordskandinavien , außerdem vereinzelt in Schottland, auf

Poldern in den Niederlanden, im Gebirge in den Alpen, in den Pyrenäen und in

den Abruzzen. Überwintert vor allem in Nordafrika, punktuell in Spanien.

Zugbewegungen von Mitte August bis Anfang November und von

April bis Mai.

Lebensraum

Im Sommer : Bergheiden, felsige Hochebenen über der Baumgrenze, Tundra.

Während des Zuges und im Winter auf Sandheiden und Steppen, Äckern, Viehweiden,

im Ödland.

Nahrung

Hauptsächlich kleine Wirbellose : Zweiflügler, Käfer und ihre Larven, Mollusken,

Regenwürmer; gelegentlich junge Sprosse, Beeren und Samen.

Fortpflanzung

Bei dieser Art ist die gewohnte Rollenverteilung umgedreht : das Weibchen

initiiert die Balz und das Männchen übernimmt die Brut und die Jungenaufzucht.

In eine leichte Bodenmulde werden 3 braun-grünliche, schwarz gefleckte Eier

von 44 mm Größe abgelegt. Brutdauer 24-28 Tage. Jungvögel sind Nestflüchter und

mit 26-30 Tagen flügge. Zwei Gelege eines Weibchens können gleichzeitig

von zwei verschiedenen Männchen aufgezogen werden.

Kiebitzregenpfeifer

Pluvialis squatarola

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 27-30 cm

Spannweite 71-83 cm

Gewicht 170-240 g

Größer, mit rundlicherer Silhouette und kräftigerem schwarzen Schnabel als der

Goldregenpfeifer. Das Gefieder beider Arten ist das ganze Jahr über fast

identisch, der Kiebitzregenpfeifer unterscheidet sich folgendermaßen : keine

gelb grünlichen Flecken auf dem Rücken, mehr Weiß an der Stirn und an den

Brustseiten, die schwarze Färbung am Bauch zieht sich bis zu den Achseln.

Kräftiger, schneller Flug, die schwarzen und nicht weißen Achseln sind von

weitem sichtbar, außerdem fallen der helle Flügelstreifen, der weiße Bürzel und

der weiße Schwanz auf. Jungvogel gleichmäßig dunkel silbergrau und hellbraun

gezeichnet. Wenig gesellig.

Zugvogel, brütet in der Hocharktis; überwintert an den mittel- und

westeuropäischen Küsten; Wegzug im August-November, Rückzug Ende März

bis Juni.

Lebensraum

Brütet in der offenen arktischen Tundra; im Überwinterungsgebiet eher ans Meer

gebunden als der Goldregenpfeifer, an sandigen und schlickigen Ufern.

Nahrung

Im Sommer Insekten und andere Wirbellose; im Winter viele Meeresringelwürmer,

Mollusken und Krebstiere.

Fortpflanzung

Legt in eine mit Flechten ausgelegte Mulde 4 fahlbraune, braun gefleckte Eier von

52 mm Größe. Brutdauer 26-27 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter und können

mit 35-45 Tagen fliegen.

Goldregenpfeifer

Pluvialis apricaria

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 26-29 cm

Spannweite 67-76 cm

Gewicht 140-210 g

Männchen im Prachtkleid : weißes Band trennt den goldgelb und grünlich gefleckten

Mantel von der bei nördlichen Populationen rein schwarzen, bei südlicheren

Populationen mit grauen Flecken durchsetzten Unterseite. Beim Weibchen ist

diese schwarze Färbung nicht so ausgedehnt. Im Schlichtkleid beide Geschlechter

gleich : die goldene Färbung verschwindet und die Unterseite wird hellbraun-grau.

Die Jungvögel sind genauso gefärbt. Im schnellen und kräftigen Flug sind die

weißen Achseln zu sehen, Bürzel und Schwanz sind nicht weiß wie beim

Kiebitzregenpfeifer. Im Winter oft vergesellschaftet mit dem Kiebitz.

Teilzieher; brütet in Skandinavien, im nördlichen Teil der Britischen Inseln und

in kleiner Restpopulation in Norddeutschland. Winterquartier im südlichen

Großbritannien, in den Niederlanden sowie an der Küste und im Tiefland von

Niedersachsen bis zum atlantischen Teil Frankreichs ; einige Populationen

ziehen auch in den südlichen Teil der Iberischen Halbinsel und ins Mittelmeergebiet.

Zugbewegungen August-November und März-April.

Lebensraum

Wiesen, Moore, Heiden im Sommer; im Winter : Felder, Feuchtwiesen und

Flußmündungen.

Nahrung

Hauptsächlich Würmer und Käfer, ferner andere bodenbewohnende Wirbellose,

Beeren und Samen.

Fortpflanzung

Legt einmal jährlich in eine mit Pflanzen ausgelegte Bodenmulde 4 hellbraune,

schwarz gefleckte Eier. Brutdauer 28-31 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter und

können mit 25-33 Tagen fliegen.

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Seeregenpfeifer

Charadrius alexandrinus

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 15-17 cm

Spannweite 42-58 cm

Gewicht 40-60 g

Unterscheidet sich von den anderen Regenpfeiferarten durch ein insgesamt

helleres Gefieder, schwärzliche Beine und ein wie bei den Jungvögeln der

anderen Arten unterbrochenes schwarzes Brustband. Im Prachtkleid hat das

Männchen einen rötlich braunen Kopfscheitel. Im Flug mit breitem weißen

Flügelstreifen.

Teilzieher; Brutvogel der west- und mitteleuropäischen Küsten, auch im

Mittelmeergebiet. Ein Teil der Population überwintert im Süden der Iberischen

Halbinsel, ein Teil zieht bis zu den west- und ostafrikanischen Küsten.

Lebensraum

Meeresküsten : Dünen, Schlickflächen, Lagunen, Flußmündungen, sandige

Flächen an Flüssen.

Nahrung

Kleine Wirbellose.

Fortpflanzung

Brütet in lockeren Kolonien, wobei die Nester, in den Sand gekratzte Mulden,

sehr dicht beieinander sein können. Manchmal mit anderen Arten

vergesellschaftet. Legt 1-2mal jährlich im April-Mai und im Juni-Juli

3 hellgelb braune bis olivfarbene, schwarz gefleckte Eier von 33 mm Größe.

Brutdauer 26 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter und können mit 26-31 Tagen

fliegen.

Sandregenpfeifer

Charadrius hiaticula

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 18-20 cm

Spannweite 48-57 cm

Gewicht 55-75 g

Kleiner, robuster Watvogel mit kurzem Schnabel und typischer schwarzer

Kopfzeichnung. Die Flügel sind lang und schmal. Der Nacken und und der

Rücken sind graubraun. Im Prachtkleid sind die Beine und die Schnabelbasis

orange, beim Weibchen sind die schwarzen Felder mit einigen braunen Federn

durchsetzt. Im Flug ist der weiße Flügelstreifen deutlich sichtbar. Schlichtkleid :

Die Kopfzeichnung und das Brustband sind dunkelbraun, der Schnabel ist

dunkel mit einer gelblichen Unterschnabelbasis, die Beine sind ebenso dunkel.

Läuft sehr schnell am Boden.

Teilzieher; die skandinavischen Vögel überwintern südwestlich entlang der

Küsten von Holland bis Nordafrika, in Mauretanien und noch weiter südlich.

Standvogel an den holländischen, britischen und bretonischen Küsten.

Wegzug der nördlichen Populationen im August-September, der südlichen

Populationen im September-Oktober.

Lebensraum

Brütet im Sommer an der Küste : Sand- und Kiesstrände, auch an Flüssen,

in Salzwiesen. Im Winter auf küstennahen Schlickflächen.

Nahrung

Nahrungssuche wie bei anderen kleinen Regenpfeifern, schnelle Laufphasen

werden abrupt unterbrochen, um nach kleinen Wirbellosen zu picken, vor

allem Insekten.

Fortpflanzung

Das Männchen kratzt eine kleine Bodenmulde, die mit Muscheln und

Pflanzenmaterial ausgelegt wird. Das Weibchen legt im Mai-Juni

4 bräunliche oder gräuliche, schwarz gefleckte und gepunktete Eier

von 36 mm Größe. Brutdauer 21-25 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter

und können mit 24 Tagen fliegen.

Flußregenpfeifer

Charadrius dubius

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 14-15 cm

Spannweite 42-48 cm

Gewicht 30-50 g

Kleiner und schlanker als der Sandregenpfeifer, unterscheidet sich von diesem

außerdem durch den fast schwarzen Schnabel und die gelblichen oder

fleischfarbenen Beine. Die schwarze Stirn wird oberseits durch eine feine weiße

Linie begrenzt, das Auge hat einen gelben Augenring, ein weißer Flügelstreifen fehlt.

In Mittel- und Westeuropa Zugvogel; überwintert in der südlichen Sahara.

Wegzug Juli-September, Heimzug März-April.

Lebensraum

Brütet im Binnenland auf Freiflächen : Kiesgruben, Brachen; an kiesigen Ufern von

Flüssen oder an kleinen Stillgewässern, manchmal am Meeresstrand. Beim Zug

an Flußmündungen und Buchten, an Ufern von Seen und Teichen.

Nahrung

Wirbellose, vor allem Insekten : Zweiflügler, Käferlarven und Köcherfliegenlarven.

Fortpflanzung

Legt zweimal jährlich in einer Mulde auf Kiesbänken Ende April und Ende Juni bis

Anfang Juli 4 hellbraune, dunkel gefleckte Eier von 30 mm Größe. Brutdauer

22-26 Tage, die Jungvögel sind Nestflüchter und können mit 24-27 Tagen fliegen.

Kiebitz

Vanellus vanellus

CHARADRIIDAE

Beschreibung

Größe 28-31 cm

Spannweite 70-76 cm

Gewicht 150-310 g

So groß wie eine Turteltaube. Im Prachtkleid unverwechselbar :

langer Schopf, schwarzes Brustschild und dunkler, grün-violett schimmernder Rücken.

Weibchen etwas matter gefärbt, Schopf kürzer und Mantel blasser, ohne

blauen Schimmer am Flügelbug, Kehle hell oder fleckig. Jungvogel mit kurzem Schopf,

Kehle nicht schwarz wie beim alten Männchen. Fliegt mit schmetterlingsartigem Flug,

die Flügel sind breit und rund; sie erzeugen bei der akrobatischen Flugbalz des

Männchens ein wummerndes Geräusch. Geselliger Vogel, der den größten Teil

des Jahres in Trupps anzutreffen ist.

Teilzieher; brütet in fast ganz Europa. Kälteflüchter, die Populationen im nordöstlichen

Teil des Verbreitungsgebietes ziehen bei Wintereinbruch nach Westeuropa und in den

Maghreb, südlich bis Senegal und Sudan. Wegzug von August bis November und

Heimzug als einer der ersten Frühlingsboten von Februar bis April.

Lebensraum

Bevorzugt offene Feuchtgebiete : Felder, überschwemmte Wiesen, Heiden, Moore.

Im Winter am Wasser, auf Schlammflächen und an Flußmündungen.

Nahrung

Bodenlebende Wirbellose.

Fortpflanzung

Nest auf einer kleinen Bodenerhöhung in einer Mulde, die mit trockenem Material

ausgelegt wird. Legt von Ende März bis Juni 4 hellbraun bis braune, schwarz

gefleckte Eier von 46 mm Größe. Nach Plünderung des Nestes durch Krähen,

Greifvögel oder Füchse sind bis zu 4 Nachgelege im Jahr möglich. Brutdauer

26-28 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter und können mit 35-40 Tagen fliegen.

Wermutregenpfeifer

Wüstenregenpfeifer

Keilschwanzregenpfeifer

Spornkiebitz

Steppenkiebitz

Weißschwanzkiebitz

Pazifischer Goldregenpfeifer

Amerikanischer Goldregenpfeifer