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Mehlschwalbe

Delichon urbica

HIRUNDINIDAE

Beschreibung

Größe 12,5 cm

Gewicht 15-21 g

Körperoberseite schwarzblau mit charakteristischem weißem Bürzel, Unterseite

rein weiß, kurzer eingebuchteter Schwanz. Jungvogel im ersten Herbst : Die Brustseiten

sind dunkel, was manchmal wie ein angedeutetes Brustband aussieht.Fliegt nicht so

schnell und akrobatisch wie die Felsenschwalbe, mit häufigeren und längeren

Gleitphasen. Sitzt oft singend auf Leitungen; verhält sich aggressiv beim Verteidigen

der Individualdistanz.

Teilzieher, brütet in ganz Europa; überwintert im südlichen Teil Afrikas. Wegzug

September-November, Heimzug März-Mai.

Lebensraum

Senkrechte Felswände und Schluchten, Gebäudefassaden in Dörfern und Städten.

Nahrung

Fliegende Insekten, trinkt und badet auch während des Tiefflugs über dem Wasser.

Fortpflanzung

Brütet in Kolonien an Felswänden oder Mauern unter einem schützenden

Vorsprung. Das an der Wand klebende, napfförmige Nest besteht aus einer

Masse aus Erdklümpchen, Stroh und kleinen Steinchen, die mit Speichel verklebt

wird. Der ovale Nesteingang befindet sich an der Oberkante, das Nest selber

wird mit Federn ausgepolstert. Legt 2-3mal jährlich von Ende Mai bis Juli

2-3 rein weiße Eier. Brutdauer 14 Tage, Nestlingszeit 19-22 Tage.

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Rauchschwalbe

Hirundo rustica

HIRUNDINIDAE

Beschreibung

Größe 19-22 cm

Gewicht 16-25 g

Körperoberseite einheitlich blauschwarz mit metallischem Schimmer. Der

Schwanz hat zwei charakteristische äußere verlängerte Steuerfedern, die

"Schwanzspieße", die noch länger als bei der Rötelschwalbe sind;

die Innenfahnen der Steuerfedern haben einen weißen Fleck, ein weißer

Bürzel fehlt. Stirn und Kehle sind ziegelrot, mit einem schwarzblauen

Brustband. Die Körperunterseite variiert je nach Population zwischen weiß,

cremefarben und orange. Jungvogel : die Kehle ist hell rötlichbraun und

das Brustband graubraun, die Schwanzspieße sind nicht länger als 1 cm.

Bewegt sich am Boden sehr langsam, oft mit Hilfe der Flügel. Sitzt in kleinen

Trupps auf Drähten. Kurvenreicher, sehr eleganter und wendiger Flug.

Teilzieher, brütet in ganz Europa. Im Süden der Iberischen Halbinsel Standvogel ;

überwintert im Südteil Afrikas. Wegzug August-November, Heimzug

Februar-Mai.

Lebensraum

Während der Brutzeit an Kulturland mit ländlichen Siedlungen gebunden :

man trifft sie in Dörfern und kleineren Städten an. Sie versammeln sich vor

Beginn und während des Zuges in großen und bilden Massenschlafplätze in

Schilfbeständen.

Nahrung

Insekten : vor allem Zweiflügler, Eintagsfliegen; trinkt und badet auch im Tiefflug

an der Wasseroberfläche.

Fortpflanzung

Brütet in Ställen, Scheunen und Garagen unter Balken und nutzt den gleichen

Brutplatz über mehrere Jahre. Napfförmiges Lehmnest wird in Deckennähe an

einen Balken geklebt und mit pflanzlichem Material und Federn ausgekleidet.

Legt 2-3mal jährlich von Ende April bis Juli 3-6 mattweiße, rostbraun oder

hellbraun gefleckte Eier. Brutdauer 14-16 Tage, Nestlingszeit 17-24 Tage.

Rötelschwalbe

Hirundo daurica

HIRUNDINIDAE

Beschreibung

Größe 16-18 cm

Gewicht 18-21 g

Die Silhouette ähnelt der der Rauchschwalbe, unterscheidet sich aber von

dieser deutlich durch den hell rötlichen Bürzel, den braunroten Nacken und die

helle Kehle. Kopfplatte, Rücken und Flügel sind schwarzblau, das rote

Nackenband zieht sich als schmaler Überaugenstreif bis zu den Stirnseiten, die

rahmweiße Körperunterseite ist dunkel gestrichelt. Der schwarzblaue,

oft zusammengelegte Schwanz setzt sich in zwei lange Schwanzspieße

fort, die allerdings etwas kürzer sind als bei der Rauchschwalbe, und die

mittleren Steuerfedern haben keine weißen Punkte, auf den äußeren sind sie

schwach angedeutet.

Zugvogel ; brütet auf der Iberischen Halbinsel südlich der Pyrenäen, in

Griechenland, lokal in Italien und in Frankreich, tritt nördlich des

Mittelmeergebiets als Ausnahmeerscheinung auf. Überwintert in der

südlichen Sahara und im tropischen Afrika, wo sie sich zu den dortigen

Brutpopulationen gesellt. Wegzug September-November, Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Offene Landschaften : Felswände, in Dörfern und unter Brücken.

Nahrung

Insekten und Spinnen.

Fortpflanzung

Brütet einzeln oder in kleinen Gruppen unter einer Felswand, einer Brücke

oder in einer Höhle. Baut aus mit pflanzlichem Material gemischtem Lehm

ein napfförmiges Nest mit tunnelartigem Eingang; das Innere wird mit Pflanzen,

Federn und Wolle ausgekleidet. Legt 2-3mal jährlich, von Ende April bis Juli

4-5 rein weiße Eier von 19 mm Größe. Brutdauer 14 Tage, Nestlingszeit

19-22 Tage.

Felsenschwalbe

Hirundo (Ptyonoprogne) rupestris

HIRUNDINIDAE

Beschreibung

Größe 14,5 cm

Gewicht 20-22 g

Einzige Schwalbenart, die zum Teil in Südeuropa überwintert. Größer als die

Uferschwalbe, mit graubrauner Körperoberseite und dunkleren

Handschwingen. Die hell sandfarbene Unterseite kontrastiert mit den

dunklen Flügeldecken, die Kehle ist schmutzig grau, der Bauch dunkelbraun

überlaufen. Ohne Brustband. Der kurze, abgeschnittene Schwanz

trägt an der Spitze eine Reihe weißer Flecken, die aber nur im gespreizten Zustand

zu sehen sind. Flug kraftvoller als bei der Uferschwalbe. Fliegt mit

atemberaubenden Flugmanövern an Felswänden entlang. Ruft außer in der Brutzeit

nicht sehr viel. Manchmal mit der Mehlschwalbe vergesellschaftet. Waghalsiger

Vogel mit teilweise aggressivem Verhalten.

Teilzieher, brütet in den Mittelmeerländern und in den Alpen, in Süddeutschland

seltener Brutvogel; in Spanien und in Griechenland Stand- oder Strichvogel. Vögel aus

dem Zentralmassiv und aus den Alpen überwintern im Mittelmeergebiet bis zum

Maghreb, einige auch bis Senegal und Oberägypten. Seine Abwanderung wird durch

winterliche Kälteeinbrüche ausgelöst.

Lebensraum

Brütet in Bergregionen, vom Meeresspiegel bis auf 2500 m Höhe : Schluchten,

Steinbrüche, Felswände, Gebäudefassaden, bevorzugt an wind- und regensicheren und

besonnten Stellen. Im Winter patrouilliert sie entlang von Berghängen in niedriger

gelegenen Zonen, oft auch in der Nähe von Flüssen und großen Seen sowie an

Küstenlagunen.

Nahrung

Insekten und Spinnen.

Fortpflanzung

Brütet in lockeren Kolonien. Das napfförmige Nest aus getrocknetem

Schlamm wird unter einem Felsüberhang oder unter Dächern angeklebt. Das

Innere des Nestes wird mit Federn, Daunen, Wurzeln und Moos ausgekleidet.

Legt 1-2mal jährlich von Mitte Mai bis Juni, bei der Zweitbrut bis Mitte Juli

3-5 weiße, rotbraun und grau gefleckte Eier von 21 mm Größe. Brutdauer 14

Tage, Nestlingszeit 25-26 Tage.

Uferschwalbe

Riparia riparia

HIRUNDINIDAE

Beschreibung

Größe 12 cm

Gewicht 12-18 g

Kleine Schwalbe. Körperoberseite einheitlich braun, Unterseite weiß mit

matt braunem Brustband und dunklen Unterflügeldecken, der kurze Schwanz

ist gekerbt. Die Jungvögel sehen durch die hellen Federränder schuppig aus.

Fliegt trotz der recht schmalen Flügel sehr schnell. Sehr gesellig.

Zugvogel ; brütet in ganz Europa ; überwintert in der Sahelzone und in Ostafrika.

Wegzug August-November, Heimzug März-Mai.

Lebensraum

Sehr lokal in der Nähe von Gewässern. Die tonigen oder sandigen Steilwände,

an denen sich die Kolonien befinden, sind durch Hochwässer, menschliche Eingriffe,

Weiterbetrieb von Steinbrüchen usw. einer ständigen Fluktuation unterworfen,

so daß sich das Vorkommen dieser Art regional oft verändert.

Nahrung

Insekten und Spinnen, die manchmal auch in gemeinschaftlichen Jagdflügen

erbeutet werden.

Fortpflanzung

Bildet Kolonien von bis zu mehreren hundert Paaren. Die horizontalen Bruthöhlen

werden in Sandgruben, Steinbrüchen und an sandigen oder tonigen Ufern angelegt.

Das Graben der 50-70 cm lange Tunnel mit der kleinen Höhlung am Ende,

die mit Halmen, Wolle und Federn ausgekleidet wird, dauert zwei Wochen.

1-2mal jährlich, Mitte Mai bis Juni und im Juli, werden 4-5 rein weiße Eier

von 18 mm Größe gelegt. Brutdauer 14 Tage, Nestlingszeit 19 Tage.