Zurück zum Artenverzeichnis Home Zurück zum  Familienverzeichnis

Flußseeschwalbe

Sterna hirundo

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 31-35 cm

Spannweite 82-95 cm

Gewicht 90-150 g

Kleiner als die Lachmöwe, Flugbild schlanker, Rücken hellgrau,

übriges Gefieder weiß mit schwarzer Kopfplatte; die Beine sind rot. Schnabel

im Prachtkleid hellrot mit schwarzer Spitze, was sie von der Küstenseeschwalbe,

der sie sehr ähnlich ist, unterscheidet; hat auch dickeren Kopf und flachere Stirn.

Im Schlichtkleid ist die Stirn weiß und der Schnabel schwärzlich. Jungvogel :

unterscheidet sich von der jungen Küstenseeschwalbe durch die blaßrote

Schnabelbasis, die hellroten und nicht grünlichen Beine; der Flügelvorderrand

ist dunkler, oft ist die Stirn und das Feld unter dem Auge heller. Im Flug mit

langen, spitzen Flügeln und langem, gegabelten Schwanz. Handschwingen dunklere

und gleichmäßigere Färbung, die sich von den Armschwingen leicht absetzt.

Zugvogel; Brütet in fast ganz Mittel- und Westeuropa, auch an Flüssen

und Seen. Überwintert an den europäischen und afrikanischen Küsten, eventuell

auch auf offener See. Wegzug im Oktober, Rückzug im März.

Lebensraum

Küsten, Sandgruben, Flüsse und Seen.

Nahrung

Vor allem kleine Fische, die im Stoßflug an der Wasseroberfläche gefangen werden,

Insekten, Krebstiere und Mollusken, Meereswürmer.

Fortpflanzung

Koloniebrüter, vergesellschaftet mit anderen Seeschwalben und Lachmöwen.

Legt im Mai in einer ausgescharrten Bodenmulde, die mit Pflanzen ausgelegt wird,

2-3 rahmfarbene bis rotbraune, dunkelbraun gefleckte Eier von 41 mm Größe.

Brutdauer 20-22 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter.

Küstenseeschwalbe

Sterna paradisea

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 33-35 cm

Spannweite 80-95 cm

Gewicht 80-120 g

Kopf runder, karminroter Schnabel etwas kürzer als bei der Flußseeschwalbe,

ohne schwarze Spitze im Prachtkleid; die Flügel sind schmaler, die Schwanzspieße

länger. Die Handschwingen wirken unterseits weiß durchscheinend mit scharf

abgesetztem schwarzen Hinterrand. Jungvogel : Schnabelbasis rot, gegen Ende

des Sommers schwarz, mehr Schwarz ums Auge als die Altvögel; der

Flügelvorderrand ist heller, der Rücken undeutlicher gestreift. Flug leichter

und weicher als bei der Flußseeschwalbe, die Flügel sind kürzer und der

Handteil ist gerader.

Bemerkenswerter Zugvogel : längster bekannter Zugweg aller Vogelarten von

der Arktis bis zur Antarktis. Sehr komplexe Zugbewegungen, einige mittel- und

westeuropäische Populationen ziehen erst nach Norden in die Arktis, um dann

Richtung Süden zu fliegen. Wegzug Juli-Oktober, Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Inseln und Meeresküsten, während der Fortpflanzung in der Arktis manchmal

im Binnenland.

Nahrung

Kleine Fische, taucht dabei selten, sondern pickt die Nahrung von der

Wasseroberfläche auf.

Fortpflanzung

Koloniebrüter, auf Kies- oder Sandstränden, die mit Gras bewachsen sind,

manchmal am Ufer von kleinen Bergseen. Legt im Juni 1-3 rahmfarbene

bis olivbraune, braungefleckte Eier von 40 mm Größe. Brutdauer 21-22 Tage,

Jungvögel sind Platzhocker und können mit 21-26 Tagen fliegen.

Rosenseeschwalbe

Sterna dougallii

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 33-38 cm

Spannweite 75-80 cm

Gewicht 90-130 g

Rücken blasser als bei der Küstenseeschwalbe und der Flußseeschwalbe,

Bauch und Brust rosa überlaufen. Im Prachtkleid kann sich die Rotfärbung der

Schnabelbasis über die Hälfte der Schnabellänge ausdehnen. Beim sitzenden Tier

ragen die Schwanzspieße deutlich über die Flügelspitzen hinaus, die Beine sind

eher lang. Jungvogel : ähnlich wie junge Brandseeschwalbe, Stirn und Beine

schwarz, der graue Mantel ist schwarz geschuppt. Gegen Ende des Sommers wird

die Stirn heller, und der Mantel nimmt allmählich die einheitlich graue Färbung an.

Wirkt im Flug sehr blaß, vor allem im Winter.

Zugvogel; brütet auf den Britischen Inseln und in der Bretagne, selten anderswo.

Überwintert an der westafrikanischen Atlantikküste südlich bis zum Äquator.

Wegzug im September-Oktober, Rückzug im April-Mai.

Lebensraum

Meeresküsten.

Nahrung

Kleine Fische

Fortpflanzung

Brütet in lockeren Kolonien, oft zusammen mit Brandseeschwalben und

Flußseeschwalben, gerne auf Inseln mit vegetationsreichem Kiesboden.

Legt von Mitte Mai bis Anfang Juni in eine Bodenmulde 1-2 rahmfarbene, dunkel

gefleckte Eier von 44 mm Größe. Brutdauer ca. 22 Tage, Jungvögel sind Nestflüchter

und können mit 28 Tagen fliegen.

Zwergseeschwalbe

Sterna albifrons

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 22-24 cm

Spannweite 48-55 cm

Gewicht 50-65 g

Kleinste europäische Seeschwalbe, mit stets weißer Stirn, orangegelben Beinen,

kurzem Schwanz. Im Prachtkleid hat sie einen gelben Schnabel mit schwarzer

Spitze. Jungvogel : Rücken schwarzbraun geschuppt, Kopf und Mantel sind

zuerst warm braun gefärbt und bekommen erst allmählich die schwarzweiße

Färbung der Alttiere, Schnabel und Beine sind beige. Fliegt schneller und ruckartiger

als die anderen Seeschwalben.

Zugvogel; brütet an den mittel- und westeuropäischen Küsten sowie an Flußläufen;

Überwinterung an den Küsten Europas und Afrikas. Wegzug Juli-November,

Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Meeresküsten, Sandbänke an Seen und Flüssen.

Nahrung

Kleine Fische und andere Wassertiere, Krebstiere.

Fortpflanzung

Brütet sehr lokal in kleinen, lockeren Kolonien an Sand- oder Kiesstränden und

auf Flußinseln. Legt Ende Mai bis Anfang Juni 2-3 rahmfarbene bis grünliche,

dunkelbraun gefleckte Eier von 33 mm Größe. Brutdauer 19-22 Tage, Jungvögel

sind Platzhocker und können mit 15-17 Tagen fliegen.

Weißbart-Seeschwalbe

Chlidonias hybridus

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 23-25 cm

Spannweite 70-75 cm

Gewicht 80-95 g

Kleiner als eine Turteltaube. Im Prachtkleid genauso hell wie

eine Flußseeschwalbe : Körperoberseite graublau, Unterseite heller,

Flügel silbergrau, Kopfplatte schwarz, Schnabel und Beine hellrot. Im

Schlichtkleid : Gefieder nicht so einheitlich grau, Stirn weiß, Kopfplatte

schwarzweiß gefleckt, kleiner schwarzer Fleck an den Halsseiten, schwarzer

Schnabel und rote Beine. Jungvogel : ähnlich Altvogel, an Rücken und

Schultern schwarzbraun und hellbraun gestreift. Fliegt schneller als die

Trauerseeschwalbe, mit Stoßtauchen.

Zugvogel; brütet im südlichen Westeuropa (von Nantes ab südwärts; in

Deutschland vereinzelt durchziehend); überwintert im südlichen Afrika.

Wegzug August-September, Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Seen, Teiche, Moore mit nahegelegenen Weiden, Salinen, Feuchtwiesen während

der Brutzeit. Auf dem Zug an Küsten.

Nahrung

Insekten und ihre Larven auf dem Wasser und an Land, kleine Fische.

Fortpflanzung

Koloniebrüter, oft vergesellschaftet mit Lachmöwen. Baut eine schwimmende

Nestplattform aus Halmen, die in der umgebenden Vegetation verankert wird.

Legt Anfang Mai 3 grünliche, dunkelbraun gefleckte Eier von 39 mm Größe.

Brutdauer 18-20 Tage, Jungvögel sind Platzhocker, die gleich nach dem

Schlüpfen schwimmen und mit 23 Tagen fliegen können.

Zurück zu Systematik Home

Brandseeschwalbe

Sterna sandvicensis

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 36-41 cm

Spannweite 98-110 cm

Gewicht 210-260 g

Große und schlanke Seeschwalbe. Körperoberseite hellgrau, im Prachtkleid wird

die schwarze Kopfplatte durch eine angedeutete schwarze Haube nach hinten verlängert,

Körperunterseite weiß, Beine schwarz, langer schwarzer Schnabel mit gelber Spitze,

Schwanz weiß. Schlichtkleid oft schon ab Juli : die Haube wird reduziert, die Stirn

wird weiß. Jungvogel : Schnabel ganz schwarz, Stirn weiß, Mantel und

Flügeldecken dunkel. Im Stehen charakteristisch durch die kurzen Beine und die

schwarze Haube. Fliegt höher und stürzt sich aus größerer Höhe ins Wasser als die

anderen Seeschwalben. Die weit ausholenden Schläge der schlanken Flügel

werden beim Jagdflug beschleunigt.

Teilzieher; brütet vor allem im nördlichen Westeuropa, aber auch punktuell an

den Mittelmeerküsten. Im Juli nach der Brutzeit verläßt der größte Teil das Brutareal,

um auf dem offenen Meer fischreiche Gewässer aufzusuchen. Im August-Oktober

Zugbewegungen Richtung Süden bis an die europäischen und afrikanischen Küsten,

unter Umständen auch Überwinterung auf dem offene Meer; Heimzug im März.

Lebensraum

Küsten, entfernt sich während der Wanderungen nicht von der Küstenlinie.

Nahrung

Fische.

Fortpflanzung

Brütet in sehr dichten Kolonien, nicht mit anderen Arten zusammen. Legt in einer

Mulde im Sand oder im Kies 1-2 rahmfarbene, braun gefleckte Eier von 52 mm Größe.

Brutdauer 21-24 Tage, Jungvögel sind Platzhocker und können mit 35 Tagen fliegen.

Raubseeschwalbe

Sterna caspia

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 22-24 cm

Spannweite 48-55 cm

Gewicht 550-750 g

Große Seeschwalbe, so groß wie eine Sturmmöwe : auffallend kräftiger, langer

roter Schnabel, grauer Mantel, im Prachtkleid mit schwarzer Kopfplatte,

Handschwingen von unten schwärzlich. Im Schlichtkleid ist die Kopfplatte

weiß gefleckt. Jungvogel : hell orangefarbener Schnabel mit schwarzer Spitze,

helle Beine, Kopfplatte dunkelbraun mit weißen Sprenkeln, Mantel und

Teile der Flügeloberseite schwärzlich gezeichnet. Flug : Ähnlich wie eine

Möwe, mit langen, spitzen Flügeln und weiten, elastischen

Flügelschlägen; der Kopf wirkt groß, der Hals lang und dick, der Schwanz kurz.

Zugvogel; brütet an der Ostseeküste und am Bottnischen Meerbusen;

nach der Mauser ins Schlichtkleid zieht sie entlang der europäischen

Küste zum Überwintern nach Zentralafrika. Wegzug August-September,

Heimzug April-Mai.

Lebensraum

Meeresküsten und Seen.

Nahrung

Fliegt manchmal zur Nahrungssuche weit bis zum Süßwasser oder Brackwasser,

erbeutet hauptsächlich Fische.

Fortpflanzung

Brütet in kleinen Kolonien oder einzeln, bevorzugt Felseninseln mit leicht erhöhten

Sand- oder Kiesflächen. Legt Anfang Mai bis Juni dort in eine Mulde 2-3

rahmfarbene, dunkel gefleckte Eier von 64 mm Größe. Brutdauer 20-22 Tage,

Jungvögel sind Platzhocker und können mit 26-30 Tagen fliegen.

Lachseeschwalbe

Gelochelidon nilotica

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 35-38 cm

Spannweite 95-110 cm

Gewicht 200-300 g

Große Seeschwalbe mit grauer Oberseite, weißer Unterseite und im

Prachtkleid mit schwarzer Kopfplatte. Schnabel kürzer und kräftiger

als bei der Brandseeschwalbe, ganz schwarz gefärbt. Schwanz

kürzer und nicht so tief gegabelt, Bürzel grau. Stehend mit langen

Beinen wie eine Möwe, die Brandseeschwalbe hat kürzere

Beine und sitzt eher. Im Schlichtkleid Kopfplatte blasser als beim

Jungvogel; die Ohrdecken sind dunkler. Jungvogel : Körperoberseite

mehr oder weniger schwarz gezeichnet, Flügel blaßgrau, Kopfplatte

gräulich, dunkler Augenstreif und gestrichelter Nacken.

Ähnelt im Flug eher einer Möwe als einer Brandseeschwalbe :

die Flügel sind breiter, die Silhouette ist schwerfälliger.

Teilzieher; brütet am Mittelmeer, in Frankreich in der Camargue, vereinzelt

in Deutschland und in Dänemark. Überwintert entlang der westeuropäischen

Küsten und an den afrikanischen Küsten, auch in Niger und an den

ostafrikanischen Seen. An der Atlantikküste von Mai bis August.

Lebensraum

Während der Brutzeit an Binnengewässern, Küsten, brackigen Sümpfgebieten;

Kulturland.

Nahrung

Insekten, Reptilien, Krabben, Jungvögel und kleine Nagetiere.

Fortpflanzung

Nistet in Kolonien auf kleinen Inseln, zusammen mit anderen Seeschwalben

und Möwen. Nest auf Sand- oder Schlammboden in einer Mulde, die manchmal

mit Pflanzen ausgelegt wird. Legt Anfang Mai 2-3 hellbraune bis cremefarbene,

dunkelbraun gefleckte Eier von 49 mm Größe. Brutdauer 22-23 Tage, Jungvögel

sind Nestflüchter und können mit 28-35 Tagen fliegen.

Trauerseeschwalbe

Chlidonias niger

STERNIDAE

Beschreibung

Größe 22-24 cm

Spannweite 63-68 cm

Gewicht 50-75 g

Kleine Seeschwalbe der Sümpfe, dunkel, mit nervös tänzelndem Flug

und schwarzen Beinen. Im Prachtkleid mit schwarzer Kopfplatte, schwarzem

Körper, Flügel und Schwanz sind oberseits silbergrau, die Flügel hellgrau und die

Unterschwanzdecken weiß; ab Ende Juni verblaßt das Prachtkleid. Im Juli-August

ist der Kopf weißlich und die Unterseite schwarz gefleckt, die Kopfplatte

bleibt schwarz. Jungvogel : schwarzes Komma zwischen Hals und Flügelansatz,

oberseits einheitlich grau, aber schon mit schwarzer Kopfplatte. Eleganter Flugkünstler,

rüttelt auch an der Stelle, jagt tänzelnd Insekten im Niedrigflug über dem Wasser.

Läßt sich dabei auch ins Wasser fallen, taucht aber nicht.

Zugvogel; brütet in Mittel- und Westeuropa außer auf den Britischen Inseln und

Italien. Überwintert an den Küsten West- und Südafrikas und am Nil. Wegzug

im August-Oktober, Rückzug im April-Mai.

Lebensraum

Vor allem Lagunen, Teiche und Sümpfe; auf dem Zug auch an Küsten.

Nahrung

Insekten, kleine Fische.

Fortpflanzung

Koloniebrüter, in Sümpfen und Lagunen. Baut ein schwimmendes Nest aus

Wasserpflanzen und faulendem Pflanzenmaterial. Legt im Mai 3 hellbraune,

stark dunkel gefleckte Eier von 35 mm Größe. Brutdauer 14-17 Tage, Jungvögel

sind Platzhocker und können mit 21-28 Tagen fliegen.

Weißflügel-Seeschwalbe

Rüppellseeschwalbe

Forsterseeschwalbe